Warum mein Kind mein Vorbild ist!

Wir beschäftigen uns viel damit ein gutes Vorbild für unsere Kinder zu sein. Dafür überprüfen wir ständig unser Verhalten und reflektieren schlechte Angewohnheiten. Aber was wäre, wenn unser Kind uns ein besseres Vorbild ist, als wir es jemals sein könnten? Genau davon bin ich fest überzeugt. Natürlich nicht, was die Tischmanieren angeht aber zum Beispiel in Sachen soziale Interaktion. Uns ist es schnell peinlich, wenn unser Nachwuchs zu ehrlich zu Fremden ist.

„Du hast aber einen dicken Bauch!“

Aber wenn es nun mal wahr ist? Und genau in diesem Punkt ist mein Kind ein Vorbild für mich. Ehrlichkeit ist eine sehr erstrebenswerte Eigenschaft. Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie oft erwischst du dich dabei, dass du dir Notfalllügen einfallen lässt, um die nervtötende Kindergartenmutti abzuwürgen? Aber was wäre, wenn du ihr einfach die Wahrheit sagst? Jetzt vielleicht nicht, dass sie einem auf den Senkel geht, aber zumindest mit so viel Ehrlichkeit, dass du dir keine Flunkereien mehr einfallen lassen musst.

„Du, ist ja nett gemeint aber ich glaube wir haben zu verschiedene Interessen.“

Klingt doch gar nicht so schlimm, oder? Aber es gibt noch mehr, was ich an meinen Kindern wirklich bewundere und tagtäglich mit großen Augen bestaune. Zum Beispiel der Mut. Wann haben wir unseren Mut eigentlich verloren? In welchem Lebensabschnitt ist es passiert, dass wir uns viel weniger zutrauen, als wir in Wahrheit schaffen können? Kinder haben eine beneidenswerte Zuversicht, was ihre kognitiven und körperlichen Fähigkeiten anbelangt.

„Lass mich, ich kann das!“ oder „Kann ich auch mal probieren?“

Das sind nur einige Aussagen meiner Kinder, die mich regelmäßig zum (positiven) Grübeln bringen. Aber die wohl beneidenswerteste Eigenschaft von Kindern ist der Hang zur Fantasie. Sie können sich einfach alles vorstellen und sich jeden Tag eine völlig andere Welt erschaffen und das nur mit einem Stück Schnur und einigen Decken. Ich kann mich selbst noch gut daran erinnern, als ich als kleines Mädchen ein Wollknäuel geschenkt bekommen habe. Es war leuchtend rot und ich spannte es durch mein ganzes Zimmer. Hin und her zwischen Stühlen, dem Tisch und meinem Bett. Dann tat ich so, als wenn das ein unsichtbarer (wenn er auch sichtbar war) Laserstrahl wäre, den ich ohne Berührung überwinden müsste. So wie in den Filmen halt.

„Ich bin ein Dieb, auf leisen Sohlen..“

Herrlich, diese Spielereien. Was entdeckst du bei deinen Kindern für Eigenschaften, die dich selbst inspirieren? Ich bin mir sicher, da gibt es einige.

3 thoughts on “Warum mein Kind mein Vorbild ist!

  1. Wunderschöner Beitrag. Wie oft denke ich an meine Kindheit zurück, wenn das Kind wild kletternd und Mama zitternd daneben wartet, ob alles gut geht. Wie mutig doch auch ich mal war, als ich im Baum rumkletterte oder mit meinen Turnschuhen die gummierte Stauseewand hochkletterte. Ein „was wäre-wenn“ kennen Kinder einfach nicht und genau das ist einfach der Knackpunkt. Der Fokus liegt immer darauf, was sie schaffen werden.

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