ICL Operation Erfahrungsbericht: zwischen Angst und Hoffnung (WERBUNG)

Mache ich die ICL Operation oder nicht? Mit dieser Frage habe ich mich 10 Jahre lang beschäftigt. Mitte Mai habe ich den Schritt gewagt und möchte euch berichten, wie es bei mir war.

Die Entscheidung für eine ICL Operation fiel mir nicht leicht

Das erste Mal habe ich von ICL (intraocular contact lens) im Jahr 2009 gehört. Begeistert habe ich in Köln einen Beratungstermin in einer renommierten Fachklinik gemacht.

Auch dort habe ich bereits bestätigt bekommen, dass ich für das Verfahren geeignet bin. Zum damaligen Zeitpunkt hätte bei mir allerdings eine Kombination aus ICL und Augenlasern stattfinden müssen, um meinen recht hohen Dioptrienwert von 7,5 ausgleichen zu können.

Durch einen Freund bin ich 10 Jahre später erneut auf das Verfahren aufmerksam geworden. Er hat sich in Düsseldorf behandeln lassen und ist gänzlich zufrieden. Besonders Mut hat mir gemacht, dass er exakt die gleichen Brillenwerte hatte wie ich.

Lest auch meinen Beitrag: ICL oder Augenlasern: Was ist besser?

ICL Beratungsgespräch: „Juchhu…ich bin geeignet!“

Ca. 3 Wochen habe ich auf einen Termin gewartet. Mit drei verschiedenen Geräten wurde gemessen, ob mein Auge für den Eingriff geeignet ist. Ganz wichtig ist dabei, dass man genügend Platz im Auge besitzt, um die Linse einsetzen zu können. Bei Kurzsichtigen ist das aber in den meisten Fällen der Fall.

Schwierig kann es allerdings bei der Weitsichtigkeit sein. Ein Linsentausch kann dann eine echte Alternative sein. Im Anschluss wurde noch ein eingehender Sehtest mittels Gerät (objektive Sehkraft) und ein klassischer Sehtest, wie auch beim Augenarzt, gemacht. Letzterer gibt Auskunft über den subjektiven Seheindruck.

Danach hat mir ein Arzt detaillierte Informationen zu dem Operationsablauf gegeben und alle meine Fragen beantwortet. Ich fühlte mich gleich gut aufgehoben und war nun endlich sicher, den Eingriff vorzunehmen.

Am Empfang habe ich eine ganze Liste mit Terminen bekommen. Darunter ein Termin für die große Voruntersuchung, damit meine Linsen angepasst werden können. Jetzt stand auch mein OP Termin fest: In 4 Wochen sollte es soweit sein.

ICL Operation: die große Voruntersuchung

Hier gilt es, großzügig Zeit einzuplanen. Ich war insgesamt 3 Stunden in der Praxis, wurde getropft, vermessen und musste den Papierkram erledigen.

Der Aufklärungsbogen ist im Übrigen gruselig, wie wahrscheinlich die meisten von ihnen. Man hofft natürlich nie, dass ein aufgeführtes Risiko eintritt, trotzdem drehten sich die Gedanken nur noch um „verlorene Augäpfel“ und „Linsenverletzungen“. Auch bei diesem Termin hat sich ein Arzt Zeit genommen, um mir alle meine Sorgen und Ängste zu nehmen. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde mir richtig klar, wie wichtig es ist, eine gute Klinik an seiner Seite zu haben.

Zuvor habe ich ein Beratungsgespräch bei einem der führenden Anbieter in diesem Bereich in Düsseldorf in Anspruch genommen und war maßlos enttäuscht. Umso glücklicher war ich nun, nicht wie eine Nummer, sondern wie ein Mensch mit natürlichen Ängsten behandelt zu werden.

Das habe ich von der Klinik mitbekommen:

  • Privatrezept über Augentropfen, die ich in der Apotheke besorgen sollte. Die 2 Flaschen Antibiotikatropfen und eine Flasche Kortisontropfen kosteten rund 80 €.
  • 5 Probepackungen benetzende Augentropfen.
  • „Augenschalen“ aus Kunststoff.
  • Klebeband zur Befestigung der Augenschalen.

Gut zu wissen!

Bei diesem Termin wird man „weitgetropft“, daher ist eine Begleitperson unbedingt erforderlich.

Alles locker, bis der OP-Tag anstand

So näher der OP-Tag rückte, desto ängstlicher wurde ich. Wenn man bedenkt, dass es um eines der wichtigsten Sinnesorgane geht, völlig verständlich. Ein Tag vor der OP musste ich einmal die Antibiotikatropfen ins Auge träufeln, das wars auch schon mit der OP Vorbereitung.

Am Tag der ICL Operation war ich natürlich mächtig aufgeregt. Ich nahm im Warteraum Platz und wurde in regelmäßigen Abständen insgesamt dreimal mit verschiedenen Augentropfen behandelt. Darunter Schmerzmittel, Cortison und pupillenerweiternde Tropfen. Gerade die Schmerzmittel haben im Auge „gebrannt“, aber alles noch erträglich.

Beim letzten Tropfen habe ich eine Tablette zur Beruhigung erhalten. Die Wirkung scheint aber recht individuell zu sein. Eine Patientin neben mir ist davon bereits im Warteraum eingeschlummert, ich war hingegen hellwach.

 

ICL Operation ist nichts für schwache Nerven

Einige Kliniken bieten die Möglichkeit, sich in einen Dämmerzustand verlegen zu lassen, damit man von dem Eingriff nichts mitbekommt. Im Nachhinein muss ich ehrlicherweise gestehen, hätte mir das auch gutgetan.

Meine Praxis hat mir die Option aber nicht angeboten, also bin ich nur mit mäßig wirkender Beruhigungstablette in den Vorraum des Operationssaals geführt worden. Dort wurde nochmals Schmerzmittel getropft und mein Auge vermessen, da ich eine Hornhautverkrümmung habe. Das war sehr unangenehm, weshalb nochmals nachgetropft wurde.

Der operierende Arzt hat sich kurz zu mir gesetzt und sich vorgestellt. Nach ca. 10 Minuten ging es dann los. Ich legte mich auf einen Stuhl, der wie beim Zahnarzt runtergefahren wurde.

Im Operationssaal befanden sich der operierende Arzt und zwei Helferinnen. Zunächst wurde mein Augenbereich mit einem Operationstuch abgedeckt. Mit einer Art Folie wurde der obere Wimpernkranz fixiert und die Augenklammer eingesetzt.

Die Augenklammer war für mich das Schlimmste!

Ich habe mich vor der ICL Operation in vielen Foren informiert. Andere „Leidensgenossen“ haben die Augenklammer als nicht schlimm beschrieben und gaben an, sie kaum bemerkt zu haben. Das kann ich nicht von mir behaupten. Der Einsatz und vor allem das künstliche Öffnen des Auges, war für mich sehr unangenehm.

Danach wurde das Auge mit verschiedenen Lösungen gespült. Am liebsten möchte man reflexartig das Auge schließen, was natürlich nicht geht. Dann wurde der Schnitt gemacht, den ich nicht gespürt habe.

Das Einsetzen der Linse ging in Nullkommanix. Das Aufwendige war bei mir, die torischen ICL Linsen gemäß der Hornhautverkrümmung richtig auszurichten. Gefühlt hat der Operateur bei meinem rechten Auge, womit angefangen wurde, länger gebraucht, als für mein linkes. Ca. 10 Minuten hat es pro Auge gedauert.

Was man während der ICL OP sieht

Viele Bekannte fragen mich, was ich während der ICL Operation gesehen habe. Das ist schwer zu beschreiben. Im Grunde genommen sieht man einen hellen Lichtpunkt, der ab und zu verrutscht. Dazu gesellen sich regenbogenfarbene Lichtreflexe und auf dem linken Auge war es für eine Millisekunde ganz schwarz.

Schmerzen hatte ich während der Operation zu keinem Zeitpunkt, es war eher ein Druck, der gut aushaltbar war. Es ist doch eher die Psyche, die das Ganze unangenehm werden lässt. Während man auf den Operationsstuhl liegt, hat man nämlich genug Zeit, sich Gedanken über unerwünschte Operationsausgänge zu machen.

Gut zu wissen!

Während der OP habe ich Stressbälle in die Hände bekommen, um die Aufregung zu bekämpfen. Zwischendurch hat auch eine Operationsassistentin meine Hand gehalten.

Was man nach der ICL Operation sieht

Geschafft! Ich bin so erleichtert, dass es endlich vorbei ist. Nachdem die Augen nochmals gespült wurden, werden sie mit Augenschalen aus Kunststoff abgedeckt und mit Klebestreifen fixiert.

Langsam darf ich vom Operationsstuhl aufstehen und werde nach vorne geführt. Die ICL Operation ist erst einige Sekunden vorbei und es fällt schwer, die Augen zu öffnen.

Deshalb lasse ich sie nur einen Spalt weit auf und schlurfe zum Eingangsbereich zurück. An meiner Seite ist eine Operationsassistentin, die mir gut zuredet.

Es ist wie ein Wunder: Die Operation ist gerade erst vorbei, trotzdem kann ich jetzt schon mehr sehen, wie damals ohne Brille!

Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie ich mich direkt nach der OP gefühlt habe und einige Tage und Wochen danach, dann lest meinen postoperativen Erfahrungsbericht.

Mehr Informationen zum Thema ICL erhaltet ihr unter:

EVO Implantierbare Kontaktlinsen

Hast du Fragen an mich? Dann rein damit in die Kommentare 🙂

 

2 thoughts on “ICL Operation Erfahrungsbericht: zwischen Angst und Hoffnung (WERBUNG)

    1. Sehr gerne. Nach einer Woche ist die OP Wunde gut verheilt. Die Augen sind noch etwas lichtempfindlich und lange PC-Arbeiten strengen noch an, aber ansonsten alles zauberhaft!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.